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Engagement
gegen Rechtsextremismus
Immer wieder geschehen in Deutschland brutale Verbrechen,
werden Ausländer, Farbige, Obdachlose,
Homosexuelle oder vermeintlich
Andersaussehende Opfer rechtsextrem motivierter Gewalt.
Allein im Jahr 2009 wurden über 20.000 Straftaten mit
dem rechtsextremen Hintergrund verzeichnet. Im November
1990 wurde in Eberswalde Angolaner Amadeu Antonio Kiowa
von Rechtsextremen ermordet - er war das erste
Todesopfer rechter Gewalt nach der Wiedervereinigung.
Seitdem sind 140 (!) Todesopfer hinzugekommen. Hinter diesen Taten steckt eine
erschreckende Menschenverachtung. Es ist die rechtsextreme
Ideologie von der Ungleichwertigkeit der Menschen,
deren Ausläufer weit in die Mitte der Gesellschaft
hineinreichen.
Der Bielefelder Gewalt- und Konfliktforscher Wilhelm
Heitmeyer gibt seit 2002 die Reihe "Deutsche Zustände"
heraus, in der er - ausgehend von dem Konzept gruppenbezogener
Menschenfeindlichkeit - sehr eindrücklich darlegt,
unter welchen Bedingungen sich Vorurteile und Aversionen
gegen bestimmte Gruppen, also zum Beispiel gegen Ausländer
oder Obdachlose, festsetzen. Wir alle sind gefordert,
aktiv gegen diese Tendenzen vorzugehen.
Seit vielen Jahren besuche ich regelmäßig
Initiativen, Projekte und Einrichtungen in Ost- wie
Westdeutschland, die aktiv gegen Rechtsextremismus und
Gewalt vorgehen. Wichtig ist mir, nicht immer nur dann
über Ausländerfeindlichkeit und Gewalt zu
sprechen, wenn wieder irgendwo ein schlimmes Verbrechen
passiert ist. Entgegen der medialen Konjunktur möchte
ich regelmäßig mit Bürgerinnen und Bürgern,
vor allem mit Jugendlichen, über die Gefahren des
Rechtsextremismus sprechen. Denn wir sollten uns nicht
von der falschen Faszination der Täter leiten lassen,
sondern von denen fasziniert sein, die jeden Tag aufs
Neue gegen Rassismus und Gewalt vorgehen und für
demokratische Werte, die Achtung der Menschenwürde
und Toleranz einstehen. Über sie wird in den Medien
viel zu selten berichtet. Dabei sind gerade sie auf
Hilfe, finanzieller wie ideeller Art, dringend angewiesen.
Ich habe in den vergangenen Jahren viele mutige und
engagierte Menschen kennengelernt, die an ihrer Schule,
in ihrem Club oder in ihrer Stadt Initiativen
gegründet haben und helfen, Vorurteile gegen Ausländer abzubauen
und Gewalt zu verhindern.
Mit meinen Besuchen möchte ich dieses Engagement
unterstützen und öffentlich würdigen.
Ich hoffe sehr, dass angesichts der breiten öffentlichen
Debatte und der vielen Schritte, die im Kampf gegen
rechte Gewalt getan werden, die Gefahr der rechtsextremen,
antidemokratischen Tendenzen in Deutschland eingedämmt
werden kann.
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