2001: Besuch eines Interkulturellen Kindergartens

2000:
Kranzniederlegung für Farid Guendoul, der in Guben von Neonazis zu Tode gehetzt wurde.

2000:
Unterschriften gegen Rechtsextremismus

2001: Rock gegen rechte Gewalt - eine Aktion des stern und der Amadeu-Antonio- Stiftung.

2002: Auf dem Christopher Street Day, der für Toleranz wirbt.

 

 

Engagement gegen Rechtsextremismus


Immer wieder geschehen in Deutschland brutale Verbrechen, werden Ausländer, Farbige, Obdachlose, Homosexuelle oder vermeintlich Andersaussehende Opfer rechtsextrem motivierter Gewalt. Allein im Jahr 2009 wurden über 20.000 Straftaten mit dem rechtsextremen Hintergrund verzeichnet. Im November 1990 wurde in Eberswalde Angolaner Amadeu Antonio Kiowa von Rechtsextremen ermordet - er war das erste Todesopfer rechter Gewalt nach der Wiedervereinigung. Seitdem sind 140 (!) Todesopfer hinzugekommen. Hinter diesen Taten steckt eine erschreckende Menschenverachtung. Es ist die rechtsextreme Ideologie von der Ungleichwertigkeit der Menschen, deren Ausläufer weit in die Mitte der Gesellschaft hineinreichen.

Der Bielefelder Gewalt- und Konfliktforscher Wilhelm Heitmeyer gibt seit 2002 die Reihe "Deutsche Zustände" heraus, in der er - ausgehend von dem Konzept gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit - sehr eindrücklich darlegt, unter welchen Bedingungen sich Vorurteile und Aversionen gegen bestimmte Gruppen, also zum Beispiel gegen Ausländer oder Obdachlose, festsetzen. Wir alle sind gefordert, aktiv gegen diese Tendenzen vorzugehen.

Seit vielen Jahren besuche ich regelmäßig Initiativen, Projekte und Einrichtungen in Ost- wie Westdeutschland, die aktiv gegen Rechtsextremismus und Gewalt vorgehen. Wichtig ist mir, nicht immer nur dann über Ausländerfeindlichkeit und Gewalt zu sprechen, wenn wieder irgendwo ein schlimmes Verbrechen passiert ist. Entgegen der medialen Konjunktur möchte ich regelmäßig mit Bürgerinnen und Bürgern, vor allem mit Jugendlichen, über die Gefahren des Rechtsextremismus sprechen. Denn wir sollten uns nicht von der falschen Faszination der Täter leiten lassen, sondern von denen fasziniert sein, die jeden Tag aufs Neue gegen Rassismus und Gewalt vorgehen und für demokratische Werte, die Achtung der Menschenwürde und Toleranz einstehen. Über sie wird in den Medien viel zu selten berichtet. Dabei sind gerade sie auf Hilfe, finanzieller wie ideeller Art, dringend angewiesen.

Ich habe in den vergangenen Jahren viele mutige und engagierte Menschen kennengelernt, die an ihrer Schule, in ihrem Club oder in ihrer Stadt Initiativen gegründet haben und helfen, Vorurteile gegen Ausländer abzubauen und Gewalt zu verhindern.

Mit meinen Besuchen möchte ich dieses Engagement unterstützen und öffentlich würdigen. Ich hoffe sehr, dass angesichts der breiten öffentlichen Debatte und der vielen Schritte, die im Kampf gegen rechte Gewalt getan werden, die Gefahr der rechtsextremen, antidemokratischen Tendenzen in Deutschland eingedämmt werden kann.


 

Links zu Initiativen
gegen Rechtsextremismus

Berliner Ratschlag für Demokratie

Mut gegen rechte Gewalt

Amadeu-Antonio- Stiftung

Laut gegen Nazis

Opferfonds Cura

Zentrum Demokratische Kultur

Anne Frank Zentrum

Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V.

Miteinander - Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V.

Reach out - Opferberatungsstelle Berlin

Step 21 - Initiative für Toleranz und Verantwortung

Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt

Netz gegen Nazis

Dossier über Rechtsextremismus - Bundeszentrale für politische Bildung

Informationen des Verfassungsschutzes

Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechts- extremismus und Fremdenfeindlichkeit

Informationen über das Aussteigerprojekt EXIT

Berliner Landesprogramm gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus

 

Bundesprogramme gegen
Rechtsextremismus

 

"Vielfalt tut gut" - Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie

kompetent. für Demokratie – Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus

Xenos - Leben und Arbeiten in Vielfalt

 

 

© 2010 Wolfgang Thierse